Friedrich Merz über Mainstream-Medien: »Wir brauchen die nicht mehr.«

Harald Dettenborn / CC BY 3.0 DE

Vernichtendes Urteil über die Öffentlich-Rechtlichen

Der Deutschen Journalisten-Verband, DJV, ist irritiert. Ja, er wähnt die Demokratie in Gefahr. Denn kein anderer als Friedrich Merz hat Klartext geredet über eine Zunft, die sich anmaßt, mehr oder weniger unkontrolliert die vierte Säule des Staates zu sein.

Am 21.Januar sagte Friedrich Merz vor Teilnehmern des sogenannten »AKV-Rittertalk«, einer Vortragsreihe des Aachener Karnevalsvereins: »Wir brauchen die nicht mehr.« Gemeint waren die konventionellen Medien, also Staatsmedien und die Etablierten privaten wie Spiegel oder Focus.

Merz freute sich über die neuen Möglichkeiten des Internets und konstatierte: »Und das ist das Schöne: Sie können heute über Ihre eigenen Social-Media-Kanäle, über Youtube, sie können ein Publikum erreichen, das teilweise die öffentlich-rechtlichen, auch die privaten institutionalisierten Medien nicht mehr erreichen.«

Zugleich äußerte er deutliche Kritik an den Mainstream-Medien, wenn er gegenüber den Teilnehmern der Veranstaltung über das Internet feststellte, richtig genutzt, »haben Sie sie über die Kanäle eine Möglichkeit, ihre eigenen Interessen wahrzunehmen, ihre eigene Deutungshoheit auch zu behalten über das, was Sie gesagt haben in ganz anderer Form, als wir das früher gehabt haben.« Offenbar sieht der mögliche Kanzlerkandidat der Union diese Deutungshoheit durch die konventionellen Medien gefährdet.

Worum es in den Medien geht, darüber ließ Friedrich Merz keine Zweifel aufkommen: »Im Augenblick gibt’s ja eine richtige Machtverschiebung zwischen denen, die Nachrichten verbreiten und denen, die Nachrichten erzeugen«, sagte er. – Es geht also um Macht. Und die will Merz wieder zurück.

So sieht das auch der Deutsche-Journalisten-Verband und reagierte entsprechend. Ihr Bundesvorsitzender Frank Überall unterstellte dem CDU-Mann, Journalisten und Medien »als vierte Säule des Staats aushebeln« zu wollen. Dagegen werde der Journalistenverband, meldet Die Welt, »erbitterten Widerstand« leisten. Das Recht auf diesen Widerstand begründet Überall in seinem Verständnis der Rolle der Medien im demokratischen Rechtsstaat. Rhetorisch fragt er Merz in einem offenen Brief, ob er Journalisten für eine »überflüssig gewordene Berufsgruppe« halte.

Da sehen offenbar einige Herrschaften ihre Pfründe bedroht. Dabei hat Friedrich Merz eigentlich nur festgehalten, was die Spatzen von den Dächern pfeifen: Dass die konventionellen Medien wegen einer rapide schwindenden Glaubwürdigkeit ihren Einfluss auf die Bürger weiter und weiter verlieren. Auch sie sagen sich, was Merz ebenfalls sagt: »Wir brauchen die nicht mehr.« Und wäre das Zwangssystem der Geldbeschaffung erst einmal abgeschafft, gäbe es sie auch in Windeseile nicht mehr. Was ja nicht heißt, dass es keine Journalisten mehr gibt. Es bräuchte eben nur noch die, die man braucht.

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