Twitter blockiert Seiten von NATO-Kritikern

Foto: Facebook

Kinderpornoseiten dürfen bleiben

In der vergangenen Woche hat Twitter eigenem Bekunden nach 373 Seiten gesperrt, die eigenen Angaben nach unter anderem in Verbindung mit den Regierungen von Armenien, dem Iran und Russland stehen sollen. Begründet wurde die Sperrung damit, dass die Betreiber der Seiten es darauf abgezielt haben sollen, das Vertrauen in die NATO-Allianz zu untergraben.

Ganz unkommentiert wollte man in Russland diesen Schritt der Zensur nicht im Raum stehen lassen, die Medienbehörde Roskomnadzor hat eine Meldung veröffentlicht, wonach Twitter sich geweigert habe, fast 3.000 von der Behörde an die Betreiber gemeldete Seiten zu sperren. Dabei handelt es sich um 2.336 Seiten rund um das Thema Suizid, 352 Seiten mit kinderpornografischen Inhalt und 174 Seiten, in denen Anleitungen zur Drogenherstellung umfangreich geschildert werden. Nach Angaben der Behörde verstößt Twitter „absichtlich gegen russisches Recht“, indem das schädliche Material nicht gelöscht wird.

Roskomnadzor hat außerdem gefordert, dass Twitter die Liste der gesperrten Konten veröffentlicht, die angeblich Links zum russischen Staat haben. Nach russischem Recht können Social-Media-Unternehmen mit einer Geldstrafe zwischen 800.000 und 8 Millionen Rubel belegt werden, wenn sie sich weigern, Kinderpornografie und anderes illegales Material zu löschen. Die Geldbuße kann für wiederholte Verbrechen auf ein Fünftel des jährlichen Gesamteinkommens des Unternehmens erhöht werden, schreibt die Moscow Times.

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