Lügen mit Statistik: Forsa und der Kanzler der Union

Foto: Logo (via Wikipedia) und Pixabay

Ein Absturz um 25 Prozent in wenigen Stunden

Die Umfrage schlug ein wie eine Bombe. Kurz nachdem die Union ihren Kanzlerkandidaten gekürt hatte, vermeldete das Umfrage-Institut Forsa einen Absturz von CDU und CSU in der Wählergunst auf 21 Prozent. Und nicht nur das: Der Absturz kam in nur wenigen Stunden, wie ein Blick auf die Daten belegt. Am selben Tag vermeldete dasselbe Institut die CDU bei 28 Prozent.

Nun ist Forsa ohnehin nicht gerade für zuverlässige Daten bekannt. Im Gegenteil. Das Institut des Sozialdemokraten Manfred Güllner gilt als »meinungsfreudig«, andere haben auch schon mal von einer »Hexenküche« gesprochen. Das passt zu einem Absturz in wenigen Stunden.

Was aber nicht passt: Wenn Güllner ein Mitglied der SPD ist – warum kommt die SPD dann so schlecht weg ? Auch sie sank von 15 auf 13 Prozent, was zwar nicht ganz so viel ist, wie von 28 auf 21 Prozent, also um 25 Prozent, aber doch ganz erheblich. Und dass Güllner die zwei Prozent nur abziehen musste, damit er am Ende die 100 voll kriegt, schließen wir denn doch mal aus.

Nein, der Grund für diesen Absturz, der mit Sicherheit nicht der Stimmung der Wähler entspricht, sondern eher der Stimmung von Manfred Güllner, der Grund für diesen Absturz ist im Effekt der Meldung zu suchen. Denn darüber besteht wohl kein Zweifel: Vom Auftrag, den Politikern ein ungefähres Stimmungsbild der Wähler zu geben, damit sie die Wirkung ihrer Politik besser einschätzen können, haben sich die Umfrageinstitute schon seit langem sehr weit entfernt.

Institute wie Forsa machen wie die Medien selbst Politik. Und in diesem Fall werden die Grünen nach oben gehievt. Seit drei Jahren wird die Partei von Annalena Baerbock auf um die 20 Prozent gehandelt, obwohl sie im Parlament mit 8 Prozent das kleinste Licht sind. Jeder glaubt, sie liegt bei 25 Prozent und die SPD bei 13.

Zugleich wird die Union in den Keller gestoßen. Und warum ? – Weil die neuen Zahlen handfest Unruhe stiften. Nach der ohnehin umstrittenen Wahl von Armin Laschet stürzt die gestrige Umfrage, die der Mainstream umgehend in die Schlagzeilen brachte, die Union in eine Krise.

Im besten Fall erreicht Güllner mit diesem Coup, dass die Union ihre Entscheidung für Laschet überdenkt. Aber auf jeden Fall beginnt das Diskutieren über den Kanzlerkandidaten von vorne. Und das nutzt, so oder so, den Grünen und den Sozialdemokraten. Die haben ihre Kanzlerkandidaten bestimmt und das nicht gemacht, was sie früher so oft kurz vor dem Ziel zu Fall gebracht hat: Über den Kandidaten zu diskutieren begonnen.

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